Sonntag, 4. August 2013

Ein neuer Bezug für den Auto-Kindersitz (mit Anleitung)

Neulich habe ich bei der Rasselbande einen tollen Bezug für den Autositz gesehen. Auf meine Frage, ob es dafür ein Schnittmuster gäbe, antwortete Corina mir, dass man das leicht selber machen könne, indem man den alten Bezug auftrennt und von den einzelnen Teilen das Muster abnimmt. Das war mir aber zu viel Arbeit...
Gestern bin ich dann über Farbenzwerge auf diesen Post gestoßen, und diese Art des Bezug-nähens kam mir nicht ganz so aufwendig vor. 

Man muss nämlich kein Schnittmuster erstellen und dann alle Teile plus Futter zuschneiden, sondern man nimmt einfach den alten Bezug als Futter und näht den neuen Stoff darauf. (Auf die Idee hätte ich eigentlich auch selber kommen können, aber manchmal sieht man eben den Wald vor lauter Bäumen nicht...) 
Also habe ich mir heute daran gemacht, einen Bezug zu nähen. Falls es noch mehr Leute gibt, die gerne wissen möchten, wie sowas geht (und auch so auf dem Schlauch stehen wie ich), habe ich mal mitfotografiert. Es ist gar nicht so schwer und hat etwa 3 Stunden gedauert.


1. Den alten Bezug fotografieren, damit man hinterher weiß, wie die Teile zusammen gehören.

2. Den Bezug abfummeln und alle Teile auf der Rückseite beschriften, z.B.
 "Seitenteil oben links"
Genau gucken, wie die Teile zusammen gesetzt sind.

3. Alles auftrennen (Mein Bezug war nur mit groben Stichen zusammengeheftet, das Auftrennen ging daher sehr schnell)
4. Alle Teile mit einem Stoff eurer Wahl beziehen. Bei den Teilen ohne Öffnungen geht das ganz einfach: Wunschstoff grob ausschneiden und links auf rechts auf das Teil legen und feststecken oder mit Stylefix fixieren. 
Von der Rückseite (damit man die Kanten gut sieht) mit großem Stich einmal um den Rand nähen und anschließen den überstehenden Stoff abschneiden
Bei dem Mittelteil mit den Löchern habe ich es im Prinzip genau so gemacht. Stoff mit Stylefix aufkleben (dabei an den Öffnungen etwas mehr kleben oder stecken)...

...und anschließend (wenn der äußere Rand festgesteppt ist) auch alle anderen Öffnungen von der Rückseite aus feststeppen (Bild1). Dann die Öffnungen ausschneiden (Bild 2) und von rechts nochmal mit eng gestelltem Zickzackstich die Kanten nachnähen (Bild3).











Mein Sitz hatte noch ein Teil, bei dem ich die Kanten mit elastischem Schrägband eingefasst habe, weil ich das nicht alles mit Zickzack nachnähen wollte und es so auch sauberer aussieht.

Irgendwann sind dann alle Teile fertig. Anhand der Beschriftungen auf den Rückseiten und der Fotos vom alten Bezug können die Teile nun wieder zusammengepuzzelt werden.
Ich habe die Teile mit einer dicken Jeansnadel nur einfach zusammen gesteppt, so wie es beim alten Bezug auch war.



Denn den Bezug wieder aufziehen und 

Tadaaaa....

FERTIG!

 Natürlich nicht perfekt (so einige Details zeig ich jetzt mal nicht in Nahaufnahme...), aber das muss ja auch nicht sein. Ich bin zufrieden.
Vor allem war es sehr viel weniger Arbeit, als ich gedacht habe!
Liebe Grüße, einen schönen Sonntagabend und viel Spaß beim Nachnähen wünscht euch

Tabea



Kommentare:

  1. Ich finde es perfekt. Danke Danke für die tolle Anleitung. Habe auch immer gedacht, dass das ewig dauert und ne Menge Arbeit ist. Muss ich mir unbedingt merken.
    VG alex

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  2. Das ist ja toll geworden! Ich habe mich bisher immer davor gedrückt unseren Sitz neu zu beziehen, aber nach dieser Methode werde ich es vielleicht auch mal versuchen :-)
    Ganz lieben Dank für de ausführliche Bildanleitung.

    LG
    Sabrina

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  3. Ganz lieben Dank für die tolle Anleitung!! Ich habe den Bezug bei Tine von Farbenzwerge auch gesehen und da ich schon länger vorhabe, unseren Bezug zu erneuern, weiß ich ja nun genau wie! Vielen Dank!!!
    LG Gabi

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  4. Der sieht aber klasse aus! toll. Ich glaube ich hätte mich nicht getraut den Bezug so ganz auseinander zu nehmen :-)
    Lg Mareike

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  5. Ganz ganz toll geworden, gratuliere zu diesem tollen Ergebnis! Und die Anleitung erschließt sich auch mir, das Abmehmen der Schnittteile vom alten Bezug fand ich auch immer sehr demotivierend und hab es deshalb nie versucht. So ist das doch recht einfach und zeitsparend. Lg Verena

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  6. Hallo Tabea,

    Schön ist dein Bezug geworden! Der stoff kommt mir ja sooo bekannt vor :-D
    Sag mal wäre es für dich ok- wenn ich deine Seite bei den Tutorials auf meiner Seite mit verlinke?

    Liebe Grüße
    Tine

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  7. Hallo Tabea!
    Einen Super schönen Bezug hast du genäht!
    Ich beneide dich fast ein bisschen um das lange Mittelteil - das gabs bei meinem nicht :-(. Danke fürs verlinken und
    Liebe Grüße
    Veronika

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  8. Sieht ganz toll aus und unser Sitz könnte das wohl auch vertragen, aber dann sage ich mir immer, dass das nicht lohnt und schiebe es wieder weg von mir. ;-) Dein Post motiviert aber.
    LG
    Kerstin

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  9. Hey,

    dein neuer Bezug sieht super aus und ich bin ganz froh, dass du es so gemacht hast, wie du es gemacht hast.
    Ich habe nämlich gelesen, dass die Bezüge der Sitze nicht getauscht werden dürfen, weil die mit ihrer Polsterung und so Teil des Sicherheitssystems eines Sitzes sind und so, falls etwas passiert, die Versicherung sagen kann: Pfff, ihr habt ja die Funktion beeinträchtigt. So wie du es jetzt gemacht hast, würde ich sagen, ist ja das alte Polster genau so geblieben wie es war :)

    Grüßkens,
    Melissa

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  10. Ha, das ist ja eine super Idee!!
    Wir brauchen auch dringend einen neuen Bezug!!

    Danke und LG, Claudia

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  11. Klasse!!! Sieht einfach Hammer aus! Schade, so kleine Kids habe ich nicht mehr...
    liebe Grüße
    Michaela

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  12. Liebe Tabea

    Hut ab!! Da hätte ich glaube ich keine Geduld gehabt.
    Sieht sooooo genial aus!!. Das hat sich gelohnt.

    Lg
    Tanja

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  13. Vielen Dank für deine Mühe, jetzt trau ich mich vielleicht doch noch, das mal auszuprobieren!

    LG, Andrea

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  14. Das Ergebnis ist der Wahnsinn aber das traue ich mich nicht....obwohl es wirklich fantastisch aussieht.

    Glg Steffi

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  15. Ganz ganz Klasse, wird sofort gemerkt ;o)

    Liebe Grüße

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  16. Super-schön!!! Vielen lieben Dank! Ich freu mich riesig über diese tolle Anleitung...ich werde es heute Abend gleich ausprobieren. Daaaaanke!

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    1. Inzwischen habe ich es ausprobiert und es ist super geworden. ..ich freu mich ganz doll! ...allerdings habe ich locker doppelt so lange gebraucht. ..ich bin aber auch kein Profi...vielen Dank nochmal!

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  17. bei mir ist das Problem, ich kriege den alten Bezug nicht vom Gestell runter!
    hat jemand einen Trick? Es ist ein Maxi cosi

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    1. vorne unten kann man die Gurte rausfädeln.

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  18. muss man Jersey nehmen oder geht auch Webware?

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    1. Ich würde keinen Jersey nehmen. Ich habe feste Baumwollstoffe und Cord genommen, nichts dehnbares!

      Lg, Tabea

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  19. Danke Tabea!
    Hast du den Klettstreifen abgetrennt und wieder oben drauf genäht? Bin gerade beim Auftrennen

    Lg Franka

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  20. Soweit ich mich erinnern kann, brauchte ich nirgends Klettband. Abtrennen und wieder aufnähen ist aber eine gute Idee, wenn man welches braucht. Oder, falls dein Klett nicht mehr so gut ist, einfach Neuen aufnähen. Den gibt es ja ziemlich günstig.

    Lg, Tabea

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  21. Klasse Beschreibung, würde unseren auch gerne neu beziehen. Hab aber echt Angst das ich es versaue und die kleine keinen Sitz mehr hat :/
    Link ist gespeichert, vielleicht kommt irgend wann der Mut :)

    LG Janine

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  22. Danke für Deine motivierende Anleitung. Ich hab den Nahttrenner soeben zur Hand genommen und lege jetzt los :-P

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  23. Diese Idee ist einfach toll, selbst ich als Anfängerin habe es geschafft...tolle Anleitung!!!
    Dein Ergebnis hat mich motiviert überHaupt an zu fangen den alten Sitz meiner Tochter für unseren Sohn um zu rüsten, mein Ergebnis ist sehr zufrieden stellend :D vielen, vielen Dank

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  24. Geniale Idee, vielen Dank! So haben unsere zwei jüngsten Töchter, " neue" Sitze von den Großen vererbt bekommen!
    Guten Rutsch!
    Tatjana

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  25. Wie viel m stoff hast du den berechnet damit es gereicht hat ?

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    1. Ich habe gar nichts berechnet, sondern einfach Stoffe aus dem Vorrat genommen, deshalb weiß ich nicht, wie viel das war. Aber sehr viel braucht man nicht.

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