Neulich habe ich
bei der Rasselbande einen tollen Bezug für den Autositz gesehen. Auf meine Frage, ob es dafür ein Schnittmuster gäbe, antwortete Corina mir, dass man das leicht selber machen könne, indem man den alten Bezug auftrennt und von den einzelnen Teilen das Muster abnimmt. Das war mir aber zu viel Arbeit...
Gestern bin ich dann über
Farbenzwerge auf
diesen Post gestoßen, und diese Art des Bezug-nähens kam mir nicht ganz so aufwendig vor.
Man muss nämlich kein Schnittmuster erstellen und dann alle Teile plus Futter zuschneiden, sondern man nimmt einfach den alten Bezug als Futter und näht den neuen Stoff darauf. (Auf die Idee hätte ich eigentlich auch selber kommen können, aber manchmal sieht man eben den Wald vor lauter Bäumen nicht...)
Also habe ich mir heute daran gemacht, einen Bezug zu nähen. Falls es noch mehr Leute gibt, die gerne wissen möchten, wie sowas geht (und auch so auf dem Schlauch stehen wie ich), habe ich mal mitfotografiert. Es ist gar nicht so schwer und hat etwa 3 Stunden gedauert.
1. Den alten Bezug fotografieren, damit man hinterher weiß, wie die Teile zusammen gehören.
2. Den Bezug abfummeln und alle Teile auf der Rückseite beschriften, z.B.
"Seitenteil oben links"
Genau gucken, wie die Teile zusammen gesetzt sind.
3. Alles auftrennen (Mein Bezug war nur mit groben Stichen zusammengeheftet, das Auftrennen ging daher sehr schnell)
4. Alle Teile mit einem Stoff eurer Wahl beziehen. Bei den Teilen ohne Öffnungen geht das ganz einfach: Wunschstoff grob ausschneiden und links auf rechts auf das Teil legen und feststecken oder mit Stylefix fixieren.
Von der Rückseite (damit man die Kanten gut sieht) mit großem Stich einmal um den Rand nähen und anschließen den überstehenden Stoff abschneiden
Bei dem Mittelteil mit den Löchern habe ich es im Prinzip genau so gemacht. Stoff mit Stylefix aufkleben (dabei an den Öffnungen etwas mehr kleben oder stecken)...
...und anschließend (wenn der äußere Rand festgesteppt ist) auch alle anderen Öffnungen von der Rückseite aus feststeppen (Bild1). Dann die Öffnungen ausschneiden (Bild 2) und von rechts nochmal mit eng gestelltem Zickzackstich die Kanten nachnähen (Bild3).
Mein Sitz hatte noch ein Teil, bei dem ich die Kanten mit elastischem Schrägband eingefasst habe, weil ich das nicht alles mit Zickzack nachnähen wollte und es so auch sauberer aussieht.
Irgendwann sind dann alle Teile fertig. Anhand der Beschriftungen auf den Rückseiten und der Fotos vom alten Bezug können die Teile nun wieder zusammengepuzzelt werden.
Ich habe die Teile mit einer dicken Jeansnadel nur einfach zusammen gesteppt, so wie es beim alten Bezug auch war.
Denn den Bezug wieder aufziehen und
Tadaaaa....
FERTIG!
Natürlich nicht perfekt (so einige Details zeig ich jetzt mal nicht in Nahaufnahme...), aber das muss ja auch nicht sein. Ich bin zufrieden.
Vor allem war es sehr viel weniger Arbeit, als ich gedacht habe!
Liebe Grüße, einen schönen Sonntagabend und viel Spaß beim Nachnähen wünscht euch
Tabea